Geburtsjahr: 1942
Geburtsort: Wien


Eduard Angeli zählt zu den singulären Gestalten unter den zeitgenössischen österreichischen Malern. Sein Schaffen reicht bis in die späten sechziger Jahre zurück und stellt eine spezifische, unverwechselbare Farbe innerhalb des Kaleidoskops der bildenden Kunst Österreichs dar. Angelis Hauptinteresse galt seit jeher dem großformatigen Tafelbild. Immer schon suchte der Künstler in seinem Werk eine statische, reflektierende Erzählung zur Anschauung zu bringen.

 

 

1960: Studiert an der Akademie der Bildeneden Künste in Wien bei Robin Christian Andersen
1966-71: Angeli hält sich in Istanbul auf, wo er an der Staatsakademie Malerei unterrichtet.
1982: erhielt Angeli den Preis der Stadt Wien.
2003 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen.

Angelis Werke der vergangenen Jahrzehnte waren vor allem von kräftigen, suggestiven Farbflächen geprägt. Diese bei Angeli gewohnte kräftige Farbigkeit weicht seit einiger Zeit aber einer kaum überbietbaren Nüchternheit und Askese in Material- und Farbwahl. Ein großer Teil der jüngst entstandenen Bilder sind auf grober, nicht grundierter Juteleinwand gemalt, und die Farben gehen oft über tonige Grauschattierungen nicht hinaus.

Schon die Werke der früheren Jahre im Schaffen Angelis wirkten oft wie riesige Bühnen, denen die Akteure auf merkwürdige Weise abhanden gekommen waren. Auch die Bilder der letzten fünf Jahre lassen Darstellungen des Menschen vermissen. Lediglich die leise Spur gesellschaftlicher Umtriebigkeit ist in den Werken erahnbar. Die vielbevölkerte und touristisch überlaufene Lagune von Venedig, wo in den letzten Jahren ein großer Teil der Werke Angelis entstanden ist, wird bei Eduard Angeli vielmehr zur existentiellen Gratwanderung zwischen Leere und Einsamkeit uminterpretiert. Der Philosoph Konrad Paul Liessmann sieht in ihnen auch eine Horizont-Metapher verwirklicht, die er in einem eigenen Text zu dieser Serie präsentiert.

Schon bisher konnten viele von Angelis Bildern auch als rätselhafte Stilleben angesehen werden mit Motiven, die an Gegenstände aus der menschlichen Alltagswelt erinnern, aber sich nicht und nicht bestimmen lassen wollen. Angelis jüngste überdimensionierte Darstellungen von auratisch-statischen Gegenständen erlangen den Charakter totemhafter Flügelaltäre, ohne festzulegen, ob hier eine Welt des Mysteriums oder der Banalität waltet. Treffend schrieb der Poet H. C. Artmann einmal zu den Bildern Angelis: ‘Inmitten der Alltäglichkeit der Wüste gelangt man an die kahle Hinterseite der Spiegelwand, die uns ein zeitloses Ende vorzutäuschen sucht, sodaß in uns Zweifel aufkommt, ob Spleen oder weises Erkennen…’

Quelle: http://www.oenb.at/

Einzelausstellungen von Eduard Angeli (Auswahl)

1966: Lienz / Mozartgasse, Wien
1968: Staatsakademie Istanbul / IKC, Wien
1969: Forum, Stadtpark Graz / Galerie Baltensberger, Zürich
1970: Künstlerhausgalerie, Wien
1971: Galerie Kaiser, Wien
1972: Galerie Ariadne, Wien / Galerie Gerersdorfer, Wien
1973: Pressehausgalerie, Wien / Galerie Ariadne, Köln
1974: Galerie 44, Düsseldorf
1975: Galerie Ariadne, Wien / Galerie Gerersdorfer, Wien
1976: Museum des 20. Jahrhunderts, Wien / Kulturhaus, Graz
1979: Galerie Würthle, Wien / Galerie International, Stockholm
1980: Galerie Neufeld, Feldkirch
1981: Galerie Welz, Salzburg / Galerie Bloch, Innsbruck
1982: Galerie Krugier, Genf
1983: Galerie Würthle, Wien / Kunstverein Mannheim / Taksim Galerie, Istanbul
1984: Galerie Welz, Salzburg / Galerie Bloch, Innsbruck / Galerie Goethe, Bozen
1985: Galerie Gerersdorfer, Wien
1985: Neue Galerie der Stadt Linz / Wolfgang Gurlitt Museum
1986: Albertina, Wien / Galerie D´Eendt, Amsterdam / Galerie Thomas Flora, Innsbruck / Galerie Welz, Salzburg
1987: Galerie Würthle, Wien
1988: Galerie Gerersdorfer, Wien / Galerie Aragonese, Ischia
1989: Galerie Hilger, Frankfurt / Galerie Thomas Flora, Innsbruck
1990: Galerie Gerersdorfer, Wien / Galerie Würthle, Wien / Galerie Welz, Salzburg
1991: Galerie in der Zollgasse, Feldkirch
1992: Galerie Thomas Flora, Innsbruck
1993: Historisches Museum der Stadt Wien / Galerie Würthle, Wien / Galerie Gerersdorfer, Wien / Galerie Peithner-Lichtenfels, Prag
1995: Rupertinum, Salzburg / Galerie Welz, Salzburg / Galerie Flora, Innsbruck / Galerie Gerersdorfer, Wien
1996: Frauenbad, Baden / Galerie am Steinweg, Passau / Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt
1997: Galerie Unart, Villach
1988: Galerie The Rotunda, Hongkong
1999: Galerie Gerersdorfer, Wien / Galerie Flora, Innsbruck / Galerie 60, Feldkirch
2001: Galerie Welz, Salzburg

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