Das Aquarell: Wir alle kennen diese Maltechnik als eine, die in besonderem Maße dazu angetan ist, mit seinen fließenden Farben und dem geheimnisvollen Licht das Auge zu verführen.

Für Österreich gilt Kurt Moldovan als der Wegbereiter. Wer kennt sie nicht, die Aquarelle aus Venedig, der Serenissima, oder die Bilder von der Themse, dem Meer… und allesamt erzeugen sie Fernweh. Sie schmeicheln dem Auge ebenso wie der Seele.

Das Aquarell ist eine Maltechnik, bei der Farben in Wasser aufgelöst auf ein durchfeuchtetes Papier aufgebracht werden. Das Papier wird oft zum Zweck, damit es sich nicht völlig verzieht, mit Eiklar auf eine Platte geklebt. Die Farben des Aquarells sind demnach in sich fließend. Die Kunst das Aquarells zeichnet sich bei den Meistern des Faches dadurch aus, dass sie mit den Freilassungen gut umgehen können, also die Weißanteile des Papiers in ihre Komposition einbauen können.

Besonders das spätere 20. Jhdt brachte eine Reihe von Aquarellisten hervor, die sich im Grunde alle an dem Altmeister der Technik, William Turner, orientieren. Er war der Meister des Lichts und der Duftigkeit im Aquarell und selten erreichte einer seine Kunstfertigkeit. Er darf als der Ahnherr des Aquarells gelten.

Dem fließenden Aquarell ist das trockene Aquarell entgegengestellt, das meist jedoch eher die Kolorierung einer Zeichnung ist, diese also begleitend veredelt. Im 19. Jhdt und davor wurde das Aquarell eher trocken verwendet, allerdings zu diesen Zeiten als eigenständige Gattung (z.B. Thomas Ender oder Albrecht Dürer). Oftmals wurde das Aquarell früher auch als Vor-Skizze zu einem Fresko oder Ölbild angefertigt, damit der Auftraggeber sich etwas vorstellen konnte und ggf. auch Korrekturen anbringen, bevor die aufwändige Technik des Freskos oder der Ölmalerei begann.