Geburtsjahr: 1901
Geburtsort: Salzburg



1901 Am 18. März in Salzburg geboren. 1919 Realschul-Matura, Aufnahme in die Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums (später Akademie für angewandte Kunst)in Wien. 1922 Erste Auslandsaufenthalte (Holland, England, Schottland). 1924 Heirat mit Ilse Seidl. 1926 Geburt der Tochter Eva. Mit Stipendium der Salzburger Landesregierung zweimonatiger Aufenthalt in Paris. 1930 Geburt des Sohnes Christof. 1931 Italienreise mit Anton Steinhardt. 1936 Längerer Aufenthalt in England. 1945 Beteiligung am kulturellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau. 1948 Ernennung zum korrespondierenden Mitglied des Bundesdenkmalamtes. 1952 Berufung zum Kunstlehrer an die Westtown School in den USA. 1953 Übersiedlung nach Winnipeg / Canada. Freie Tätigkeit an Schulen, Volkshochschule, Universität. 1957 Rückkehr nach Europa. 1963 Auf Albert Schweitzers Einladung erste Reise nach Lambaréné. 1967 Verleihung des Professortitels. 1971-88 Mehrmalige Aufenthalte in Canada. 1980 Erste Reise nach Tanzania (Serengeti). Zwei weitere folgen in den Jahren 1984 und 1989. 1984 Begründung der Partnerschaft Salzburg-Singida/Tanzania. Beteiligung im Dienste der Partnerschaften der ‘Dritten Welt’ und an politischen Initiativen in der Heimat. 1999 Am 3. September in Salzburg gestorben. Zahlreiche Auftragsarbeiten sowie Beteiligung an mehreren internationalen und österreichischen Ausstellungen.

Preis im Gedenken an Wilhelm Kaufmann

Zu Ehren ihres 1999 verstorbenen Mitbegründers Prof. Wilhelm Kaufmann hat die Salzburger Entwicklungshilfe-Organisation Städtepartnerschaft Salzburg-Singida den ‘Wilhelm-Kaufmann-Preis für Entwicklungszusammenarbeit’ ins Leben gerufen. Der Preis wurde erstmals am 18. März 2002 in Salzburg verliehen – dem 101. Geburtstag des großen Malers.

‘Mit dem Preis wollen wir das Engagement von Firmen und Einzelpersonen auszeichnen, die in der Tradition der hehren Ideale meines Vaters stehen’, sagt Eva Schröcksnadel, Tochter des Künstlers und gleichzeitig Leitfigur der Städtepartnerschaft. Nach dem Motto ‘Hilfe zur Selbsthilfe’ unterstützt die Städtepartnerschaft Salzburg-Singida seit 1984 die 48.000 km2 große Region um die Stadt Singida in Zentraltanzania. Mit Erfolg: Mehr als dreißig Schulen und fünf Krankenstationen konnten bislang errichtet werden. Frauenförderungs- und Bildungsprojekte wurden initiiert, der Versorgungsgrad an sauberen Trinkwasser mehr als verdoppelt.

Wilhelm Kaufmann, ein streitbarer Mensch

Wilhelm Kaufmann hat sich zeitlebens in den Dienst der sozialen Sache gestellt, war aufmerksam und streitbar, wenn es gegen die Schwachen ging, kämpfte gegen die Obrigkeit, wenn es ihm wichtig erschien, setzte Zeichen für den Umweltschutz und ging in die Medien und auch auf die Straße, um für seine Überzeugungen zu kämpfen.
Für Salzburg hat sich Wilhelm Kaufmann ein Leben lang eingesetzt. So veröffentlichte er bereits 1945 seine Mahnung zu weitblickender Planung ‘Gefährdetes Salzburg’ in den Salzburger Nachrichten. Auch die Uni Salzburg und hier gestartete Aktivitäten waren dem Künstler immer wieder ein wichtiges Anliegen. So wirkte er bei Künstlergesprächen am Institut für Kunstgeschichte mit und beteiligte sich an der humanitären Aktion der Universität zugunsten von Schubhäftlingen mit einer namhaften Spende von fast 3.000 Euro, eine bachtliche Summe für den keineswegs reichen Mann. Zweimal war Kaufmann zu Gast in der Universitätsbibliothek. In der Bibliotheksaula erzählte er aus dem reichen Schatz seiner persönlichen Erinnerungen. So etwa von seiner Mitarbeit Geselle Anton Faistauers bei der Freskengestaltung in der Kirche Morzg/Salzburg 1923/24. Seiner Begegnung mit Albert Schweitzer und der Zeit in Lambaréné, 1984 war Kaufmann an Gründung der Partnerschaft Salzburg-Singida/Tanzania maßgeblich beteiligt. 1995 gab es eine Kaufmann-Ausstellung in der Galerie Welz und 1996 zum 95. Geburtstag das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg für den Maler.

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